Meine Positionen
IT, Tech und Handwerk
Münchens Innovationskraft entsteht durch das Zusammenspiel von Technologie, Handwerk und starken Netzwerken – zwischen Jung und Alt, Forschung und Wirtschaft, internationalen Unternehmen und traditionellem Wissen. Ich setze mich dafür ein, dass die wertvollen Erfahrungen aus Handwerkerstädten, Gewerbehöfen, Startup-Quartieren und Technologie-Netzwerken für die gesamte Stadt genutzt werden.
Teams und ihr gemeinsames Wissen und Können müssen langfristig bestehen können – unabhängig von klassischen Firmenstrukturen und abgesichert gegen Insolvenzrisiken. Generationswechsel, Technologiewandel und externe Schocks durch Investorenflucht müssen wir durch Unterstützung, Beratung und Zugang zu Netzwerken begleiten. Mit digitalen Plattformen für Münchenqualität können Handwerk, Freelancer und neue Betriebe einen Mehrwert für die Stadt leisten, statt in der Billigkonkurrenz unterzugehen.
Gemeinsam mit Handwerkskammer und IHK, Startupnetzwerken und Forschung, Arbeitsagentur und Bezirksausschüssen, Gewerkschaften und Wirtschaftsförderung können wir die lebendige Münchner Wirtschaftslandschaft fördern. Kooperationen von Freelancern, Genossenschaften sowie gemischte Eigentumsformen von Nachbarschaftsaktien über Crowd Investment bis Stiftungsunternehmen sind Bausteine für eine Krisen abfedernde Wirtschaft von allen für alle.
Hier kann der Wissenstransfer systematisch organisiert und abgesichert werden. Darüber hinaus braucht die Stadt neue Impulse für eine gemeinsame Aufwertung der Nutzung öffentlicher Räume: sei es durch erweiterte Formate von Handwerk auf den Dulten, Repaircafés auf den Volksfesten oder durch kreative, unbürokratische Konzepte für Schanigärten und Stadtterrassen für das kleine Gewerbe, Freiberufliche und alle, die Ideen für lebendige Viertel und Straßen haben.
Aus- und Weiterbildung
Die Zukunft der Münchnerinnen und Münchner hängt direkt mit der Qualität der Bildung und beruflichen Weiterbildung zusammen. Eine bessere Vernetzung der berufsbildenden Schulen mit Institutionen wie der Volkshochschule, der Stadtbibliothek und weiteren Einrichtungen wie dem Haus der Schülerinnen und Schüler kann dazu beitragen, Bildungsmöglichkeiten auszubauen. Eine große Rolle spielt auch, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die existierenden, vielfältigen Wege und Pfade für ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben durch Bildung und durch Anerkennungsverfahren für Berufs- und Bildungserfahrung sichtbarer zu machen.
Besonders wichtig ist, jungen Menschen die bestehenden, vielfältigen Bildungs- und Karrierewege sichtbarer zu machen. Dazu gehören berufliche Anerkennungsverfahren ebenso wie Wege in die Selbstständigkeit und Weiterbildungsmöglichkeiten für lebenslanges Lernen.
Ich setze mich für eine engere Kooperation zwischen Schulen, beruflichen Schulen, dem Azubiwerk und dem Kreisjugendring ein. Internationale Austauschprogramme wie Erasmus+ sowie Bildungsprojekte auf bayerischer und Bundesebene müssen verstärkt genutzt werden – gerade in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.
Ein Bildungspass für Studierende, Azubis, MBQ-Teilnehmende und Business-Angel-Initiativen kann bessere Zugänge und Vernetzung schaffen. Dabei müssen Kooperationsfähigkeit, Ehrenamt und betriebliche Mitbestimmung in den Leitbildern der städtischen Bildung verankert werden – von Schulen über Jugendzentren bis zu Meisterschulen.
Energie und Infrastruktur
Eine nachhaltige Entwicklung Münchens erfordert Investitionen in Infrastruktur und Energieversorgung. Ich setze mich dafür ein, dass Quartiere und gewerbliche Immobilien fit für die E-Mobilität werden – durch den Ausbau von Elektrizitätsnetzen und Ladestationen.
Schnelles, bezahlbares Internet und sichere Datenautobahnen müssen in ganz München gewährleistet sein. Dies eröffnet neue Chancen für selbstbestimmtes Arbeiten, digitale Bildung und die Vernetzung von Selbstständigen, Handwerksbetrieben und Gewerbe.
Bezahlbarer Strom, mobile Ladestationen und ein vereinfachter Zugang von Marktständen, kleineren Messen und Festen zu Stromverteilern der Stadtwerke München sind essenziell für eine wirtschaftlich und kulturell lebendige Stadt. Gleichzeitig müssen wir öffentliche Räume gezielt auf die Herausforderungen der Klimaerhitzung vorbereiten – durch Wasserflächen, klug genutztes Verkehrsgrün und Grünanlagen, temporäre Sonnensegel und eine Architektur, die Wind, Wetter und Sonneneinstrahlung berücksichtigt.
Die Förderung von Mietergemeinschaften und Energiegenossenschaften schafft nachhaltige Vorteile für Menschen und Gewerbe in München. Gemeinschaftsprojekte stärken den sozialen Zusammenhalt und erhalten das Münchner Lebensgefühl. Zudem braucht es Beratung und Förderung für Energiespar-, Solar- und Wärmepumpenprojekte – auf Gebäude- und Quartiersebene ebenso wie durch städtische Initiativen für sozial gerechte Stromtarife und kommunale Energiespeicher für erneuerbare Energien.
Mehr München wagen
München lebt von Vielfalt, Vernetzung und gemeinschaftlichem Engagement. Ein Isarparlament soll den Dialog über die Nutzung und Gestaltung von Verkehrs-, Daten- und Energieinfrastruktur in der Metropolregion aktiv fördern. Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden rund um München arbeiten wir an einer Demokratiesäule, die bestehende wirtschaftliche, soziale und administrative Verflechtungen absichert.
Partnerschaften mit Mitgliederorganisationen und Kammern können die Ideen und die gemeinnützige Arbeit der Münchnerinnen und Münchner ins Zentrum rücken. Vereine, Verbände, Gewerkschaften, Genossenschaften und Bürgerinitiativen müssen als zentrale Akteure stärker eingebunden werden. Sie schaffen echte Kommunikationskanäle, um die Anliegen aus Quartieren, Betrieben, Sportstätten und Kulturbereichen in Politik und Wirtschaft zu tragen. Schulen, berufliche Schulen, Verwaltung und Unternehmen sollten die Vielfalt dieser Organisationen aktiv unterstützen und sichtbar machen.
München ist geprägt von seiner Geschichte und seinem Einsatz für Gerechtigkeit. Der Tag der Arbeit am 1. Mai, der Tag der Befreiung am 8. Mai, der Christopher Street Day und das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und rechter Gewalt gehören zu unserer demokratischen Kultur. Die Stadt ist politische wie kulturell geprägt von Widerstand gegen Zensur und Drangsalierung, von der Erinnerung an deutsche Schuld in der Shoah und in den Kriegen, die von deutschem Boden ausgingen, sowie vom Erbe unserer demokratischen Revolutionen und großen Streikbewegungen.
Doch München muss vor allem eine Stadt des Respekts im Alltag sein – sei es in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, im Verein, im Straßenverkehr oder im Biergarten. Wir brauchen ein München, das Platz für Alle und alle Lebensentwürfe bietet. „Leben und leben lassen“ bedeutet, sich aktiv gegen die Geringschätzung von Bedürfnissen, Hoffnungen und die ganz eigenen Vorstellungen vom guten Leben Anderer zu stellen. Es bedeutet aber auch Widerstand gegen Ausgrenzung – sei es durch Intoleranz, Arbeitslosigkeit, Wohnungsmangel, Krankheit, Behinderung, Schulden, Einsamkeit oder Bildungsbarrieren. Der Dialog zur Weiterentwicklung und Neuerfindung von Erinnerungsarbeit und von neuen Kulturen des Miteinanders in der digitalen, bayrischen, internationalen, alten und jungen Stadt brauchen Raum, Orte und Ressourcen.
